>> Mückenschutzmittel (Repellentien)
Repellentien sind Substanzen, welche Stechmücken und andere Insekten am Landen auf
der Haut hindern oder zum sofortigen Weiterfliegen zwingen. Der genaue Bestandteil oder der Mechanismus, welcher
diesen Effekt bewirkt, ist bei keiner der verwendeten Substanzen bekannt. Im Gegensatz zu Insektiziden werden
Insekten hierdurch nicht dauerhaft geschädigt oder getötet.
Die Wirksamkeit wird im wesentlichen durch den Inhaltsstoff selbst und die Art des Auftragens bestimmt. Die Wirkdauer
ist hohen Schwankungen unterworfen, u.a. von Umweltfaktoren und der Art des Auftragens abhängig und kann von
wenigen Minuten bis 10 Stunden reichen. Die meisten Repellentien müssen je nach Umständen (Schwitzen, Außentemperatur, Präparat)
alle 4-8 Stunden neu aufgetragen werden. Die Wirkdauer ist nach Auftragen auf der Kleidung in der Regel länger als nach Auftragen auf
die Haut.
Repellentien werden am besten in Kombination mit anderen Methoden eingesetzt (z.B. verbleibende offene Hautstellen
bei entsprechender schützender Kleidung). Sie sind insbesondere gut für touristische Reisen geeignet.
> Seit der Antike sind zahlreiche pflanzliche Substanzen bekannt, welche als Repellentien verwendet wurden.
Seit den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden jedoch gezielte Versuche zur Entwicklung von synthetischen
Insektenschutzmitteln unternommen. Diese Substanzen sind auch den heute verkauften pflanzlichen Präparaten weit überlegen. Da eine Malaria-Infektion
schnell einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann, ist in Risikogebieten die Verwendung pflanzlicher Präparate unverantwortlicher Leichtsinn!
| Pflanzliches Präparat | Inhaltsstoff | Land | Info |
| MosiGuard DeoStick/Roll-On® | Eukalyptus | Deutschland | www.medidar.de |
> Synthetische Substanzen
> Diethyltoluamid (DEET)
1954 wurde (DEET) entwickelt und ist die am meisten verwendete und bis
heute hinsichtlich der Wirkung beste Substanz. Es wird in Konzentrationen von 5-90% eingesetzt.
Alle neu entwickelten Substanzen werden bis heute gegen DEET
als Standard getestet. U.a. folgende Präparate enthalten DEET:
| Präparat | DEET-Konzentration | Land | Herstellerinfo |
| Djungel Olja® | 20% | Schweden | |
| Insektenschutzmittel Bundeswehr | 20% | Deutschland | |
| Feldtosan® | 10% | Deutschland | Feldten AG |
| Autan® (nur bis 1998) | 20% | Deutschland | www.autan.de |
| Bugproof® | 50% | England | www.travelproof.co.uk |
| US 622® | | Schweden | |
| MosiGuard® Arm-/Fußbänder | | Deutschland | |
In der langen Anwendungszeit von DEET und in zahlreichen toxikologischen Untersuchungen sind bisher beim Menschen keine wesentlichen und dauerhaften negativen gesundheitlichen
Auswirkungen beobachtet worden. Wegen gelegentlich beobachteter Hautreizungen wurden von einigen Staaten jedoch
Höchstgrenzen in der Konzentration von DEET festgelegt oder die Verwendung von DEET sogar ganz verboten. DEET
hat jedoch darüber hinaus den Nachteil, daß es Plastik angreift und schädigt (z.B. Kunstfasertextilien oder
oder Armbänder von Uhren). DEET wird daher in der hohen 50%-igen Konzentration
nur noch für Reisen in tropische Gebiete empfohlen, bei denen das Infektionsrisiko durch Malaria den Einsatz dieses
hochwirksamen Mittels auch weiterhin eindeutig rechtfertigt.
DEET sollte nicht auf empfindliche oder geschädigte Hautstellen oder in der Nähe von Augen oder Schleimhäuten
aufgetragen werden. Die Anwendung bei Kindern gilt grundsätzlich als sicher, jedoch sollte DEET nur kleinflächig
und in möglichst niedriger Konzentration angewandt werden. Alternativ kann bei Kindern das Auftragen auf die Kleidung
in Betracht.
> Bayrepel ®
Das von der Fa. Bayer erst kürzlich entwickelte Piperidinderivat Bayrepel® hat DEET 1998 im bekannten Präparat
Autan® ersetzt. Nach Angaben des Herstellers konnte in ausführlichen Labor- und Feldversuchen eine gleiche Wirksamkeit
gegenüber DEET nachgewiesen werden bei gleichzeitigem Fehlen der negativen Eigenschaften von DEET (s.o.). Nebenwirkungen
wurden bisher nicht beobachtet.
Nach der bisher vorliegenden Daten könnte Bayrepel® DEET evtl. als Standardsubstanz ersetzen; nach der Markteinführung 1998
sollten jedoch vor einer endgültigen Beurteilung weitere Erfahrungen mit dieser Substanz abgewartet werden. Bayrepel® schützt wie
DEET je nach Mosquito-Art zwischen vier bis über acht Stunden lang gegen Stiche. Weitere Informationen zu
Bayrepel® erhalten Sie auf der Seite des Herstellers unter www.autan.de.
> IR3535 (Ethyl-Butyl-Acetylaminopropionat)
Diese Substanz ist im englischen Präparat "Jungle Formula Standard®" enthalten und hat im Jahr 2000 das zuvor verwendete DEET ersetzt.
Während in der "Extra Strength"-Version weiterhin DEET für den Einsatz in Malaria-Risikogebieten enthalten ist, hat
man in der "Standard"-Version auf den Einsatz von DEET verzichtet. IR3535 hat keine zu DEET vergleichbare mückenabweisende
Wirkung, ist jedoch wesentlich angenehmer in der Anwendung. Diese Präparat eignet sich daher gut
für den Einsatz außerhalb von Malaria-Risikogebieten sowie in Gegenden mit geringerer Mückendichte.
Weitere Informationen bei:
www.jungleformula.co.uk
Merck AG (Hersteller der Grundsubstanz).
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